Interview: Bushidos Gesangstalent Tarééc
Seine gesellschaftskritische Hitsingle „Für das Volk“ läuft auf den Musiksendern derzeit herauf und herunter. Bei The Dome 48 performte er sie in Düsseldorf gemeinsam mit “ersguterjunge”-Rapper Chakuza. Doch bis zum Plattenvertrag bei Rap-Star Bushido hatte der 30-jährige deutschsprachige R’n'b-Sänger Tarééc einen harten und steinigen Weg zu bewältigen. Im Interview sprach er über die Erfahrungen mit Ausländerfeindlichkeit, seine überwundene Spielsucht und sein im Februar erscheinendes Solo-Album.
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Tarééc, wie ist dein Vertrag bei Bushido zustande gekommen?
 Ich bin bei Bushido seit eineinhalb Jahren unter Vertrag. Mein Freund Arafat, den ich seit 15 Jahren kenne und der bei Bushidos Label „ersguterjunge“ Anteile besitzt, hat den Kontakt mit ihm eingefädelt. Bushido hat der Erfolg, den ich mit „The Boyz“ hatte, beeindruckt. Ihm gefiel die Idee, einen deutschsprachigen Sänger zu „ersguterjunge“ zu holen. Es wurde ein Termin vereinbart und ich erhielt einen Vertrag.
Die erste Single deines Albums wurde nun veröffentlicht. Worum geht es in dem Song?
 Er heißt „Für das Volk“. Neben mir sind auf diesem Song auch Bushido, Chakuza und „Ich + Ich“-Sänger Adel Tawil zu hören. Ich habe mich für dieses Lied von den Erfahrungen mit Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Diskriminierung von ausländischen Mitbürgern inspirieren lassen.
Spielen hierbei auch persönliche Erfahrungen eine Rolle?
 Ja. Als ich 14 Jahre alt war, spielte ich mit meiner Mannschaft des türkischen Fußballvereins „Agrispor“ gegen einen deutschen Club. Doch statt gegeneinander Fußball zu spielen, kam es zu Beleidigungen und zu einer Massenschlägerei, bei der ich ziemlich übel zugerichtet wurde. Als wir versuchten zu flüchten, wurden wir sogar mit Gaspistolen beschossen. Ich möchte den Leuten mit „Für das Volk“ einfach nur die Augen öffnen, dass so etwas immer noch passiert. Ich habe diesen Menschen mittlerweile vergeben. Gewalt erzeugt nur Gegengewalt. Ich verarbeite meine Erlebnisse in Songs und nutze meine Musik als Mittel zum Aufruf gegen Gewalt.
Für die Single hast du wieder mit Adel Tawil zusammen gearbeitet. Wie wichtig war das für dich?
Ich finde es cool, dass Adel Tawil mir Treue gehalten hat. Ich habe ihn gefragt, ob er mir mit der Single helfen kann und er war sofort dazu bereit. Mit ihm war ich ja bis zur Trennung im Jahr 2001 bei der Boygroup „The Boyz“. Die Hälfte der Songs meines Albums habe ich bei Adel Tawils Musikfirma „Trackworks Productions“ produziert.
 Wann darf mit deinem Album gerechnet werden?
 Mein Album wird im Februar des kommenden Jahres unter dem Titel „Hoffnung“ erscheinen. Ich musste die Tracks vom Englischen in Deutsch umwandeln. Songs wie „Für das Volk“ und „Vaterland“ thematisieren die Ausländerfeindlichkeit. Einige Tracks gehen in diese Richtung. Es gibt aber auch Balladen, die von Liebe handeln. Ich habe den Titel des Albums bewusst gewählt, da es wirklich einzig und allein die Hoffnung war, die mich die vergangenen zehn Jahre am Leben gehalten hat. Als Features werden auf dem Solo-Album auf jeden Fall die „ersguterjunge“-Rapper Nyze und Chakuza dabei sein. Möglicherweise wird auch Bushido Parts für das Album aufnehmen.
Auf deinemAlbum soll es auch einen Song geben, der den Titel „Der Spieler“ trägt. Was hat es damit auf sich?
In diesem Lied arbeite ich meine Spielsucht auf. Nach dem Auseinandergehen von „The Boyz“ ist mein Traum von einer vielversprechenden Karriere wie eine Seifenblase zerplatzt. Ich habe mich mit Tellerwäschen und anderen Jobs über Wasser gehalten. Viele Leute haben sich damals von mir abgewendet. Ich bin dann in ein großes mentales Loch gefallen. Schließlich fing ich an zu spielen, um der Realität zu entfliehen. Im Casino habe ich nach dem großen Glück gesucht. Dort habe ich alles, wirklich alles verzockt, was mir noch geblieben war. Ich befinde mich deshalb derzeit auch noch in einer Therapie.
Welche weiteren Projekte stehen an?
 Mit Kay One habe ich im Studio gerade den Freetack „Zu Zweit und doch allein“ aufgenommen. Bald wird es auch eine zweite Singleauskoppelung geben. Diese wird aber ruhiger als „Für das Volk“ werden.
Infos zu Tarééc:
Tarééc wuchs im Berliner Stadtteil Neukölln in einer aus Palästina und dem Libanon stammenden Großfamilie unter ärmlichen Verhältnissen auf. Ihm, mit bürgerlichem Namen Tarek Hussein, half die Musik dabei, seine Alltagssorgen zu vergessen. Der erste Durchbruch gelang Tarééc 1996, als er während des Talentwettbewerbs „Blonds Talent Award“ entdeckt wurde und tatsächlich einen Plattenvertrag bekam. Er wurde Mitglied bei „The Boyz“, einer der ersten deutschen Boybands überhaupt. Neben Tarééc sang auch ein gewisser Adel Tawil, der heute mit Annette Humpe das Duo „Ich + Ich“ bildet, in der Band. Nach der Auflösung der Gruppe rutschte Tarééc in die Spielsucht ab. Der Vertrag bei Bushidos Label „ersguterjunge“ im Jahr 2006 diente ihm als eine Chance, die er nutzte. Nachdem die erste Single „Für das Volk“ mit Chakuza und Adel Tawil auf dem Markt ist, warten die Fans gespannt auf das im Februar des kommenden Jahres erscheinende Solo-Album des 30-jährigen Gesangstalents. Er macht der Bedeutung seines arabischen Namens als „Stern“ am deutschen Pop- und HipHop-Himmel alle Ehre.






April 25th, 2009 at 13:35
hey cooles interview…bin schon auf das album gespannt…hihi..
tareec-hoffnung ab 08. mai überall im handel
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