Interview mit dem Berliner Produzenten Abaz
Er ist jung und talentiert. D-Bo entdeckte seine Beats, als er auf Myspace herum stöberte. Nun zählt der 20-jährige Abaz aus Hannover zu den aufstrebenden Produzenten im HipHop-Business. Die Lieder von Michael Jackson brachten ihn bereits im Alter von fünf Jahren zur Musik. Umso tiefer sitzt nun der Schock über den Tod des „King of Pop“. Nur wenige Tage vor diesem tragischen Ereignis führten wir mit Abaz ein Interview über dessen erlebnisreichen Karrierestart.
Wie bist du zum ersten Mal mit Musik in Kontakt gekommen?
Also der Verantwortliche für meine Liebe zur Musik ist ganz klar Michael Jackson. Ich habe ihn mit fünf schon gefeiert und tue es mit 20 immer noch. Die erste bedeutende Begegnung mit HipHop hatte ich mit Eminem, ebenfalls ein Künstler den ich sehr feiere. Das weitete sich dann auf anderssprachigen HipHop - wie z.B NTM aus Frankreich oder eben Bushido in seinen frühen Jahren - aus. Irgendwann entstand dann das Interesse, nicht nur Musik zu hören, sondern selbst ein Teil davon zu werden.
Wie kam es dazu, dass du Produzent wurdest?
Hier kann man sagen, dass ich es einfach versucht habe und es hat geklappt. Es mag viele geben, die was versuchen, aber dann nach schnellem Scheitern hinwerfen. Eigentlich habe ich auch eine Veranlagung dazu, aber in der Musik war es nie so. Ich habe mich einfach selbstständig in
alles reingearbeitet ohne Hilfe zu bekommen. Darauf bin ich auf jeden Fall stolz. Vor ungefähr drei Jahren habe ich angefangen. Wenn ich sehe was dieses Jahr als Produzent für mich so ansteht, muss ich schon manchmal ein wenig darauf klarkommen. Ich bin erst 20, ich weiß nicht wie viele Leute es schaffen mit 20 so viel zu produzieren wie ich es nach 2009 getan haben werde.
Wann und wie hast du das Rappen angefangen? Du bist ja halb Italiener und halb Pakistaner. Wie bist du zum Deutschrap gelangt?
Rappen und Produzieren, das begann Hand in Hand. Wie gesagt ich wollte nicht immer nur Musik hören, sondern auch selbst welche machen. Es hat mich einfach interessiert. Ich habe es einfach ausprobiert, bin drangeblieben und es hat geklappt. Es wäre gut, wenn das in jeder Sache bei mir so funktionieren würde. Aber immerhin klappt es in der Musik…
Hast du im Deutschrap oder bei den Produzenten Vorbilder?
Es gibt immer Leute, die einen inspirieren oder die man vor einigen Jahren schon gefeiert hat - teilweise arbeite ich jetzt mit ihnen zusammen. Aber Vorbilder gibt es keine.
Welche Musik hörst du privat?
Ich höre natürlich auch HipHop - deutschen, französischen und US-Rap, z.B. Eminem oder Lil Wayne. Abgesehen davon habe ich ab und an meine Michael Jackson-Phase, sonst höre ich gern Soundtracks. Mit Techno oder Electro kann ich momentan absolut nix anfangen – das gibt mir nix.
Was liegt dir mehr? Das Rappen oder das Produzieren?
Ich sage mal so: Die Aussichten, ein erfolgreicher Produzent zu werden, sind größer – einfach, weil ich auch über die deutsche Grenze hinaus Sachen machen kann. Beats kennen keine Grenzen, im Gegensatz zu einer Sprache. Ich arbeite aber unabhängig davon sowohl am Rappen als auch am Produzieren.
Was inspiriert dich bei deinen Rap-Texten und deinen Beats? Wie gehst du beim Texten und beim Produzieren vor?
Beides kommt absolut aus dem Bauch heraus. Es ist sehr selten, dass ich mich mit einem Plan hinsetzte und was mache, es kommt alles aus der Intuition heraus. Oft beeinflusst mich dann meine Laune. Gute Laune bedeutet oft Battle-Beats, die nach vorne gehen, schlechte Laune melancholische Sachen.
D-Bo hat dich ja unter Vertrag genommen. Wie ist das zustande gekommen? Wie hat er dich entdeckt?
Myspace! Er hat dort damals meine Beats durch Zufall gehört. Die gefielen ihm auf Anhieb, er schrieb mich an und bot mir an, ihm Beats zu schicken. Das tat ich, er pickte gleich vier für sein Album „Sans Souci“ heraus. 2008 gründete er dann die Wolfpack Edition bei Universal bei der ich unter Vertrag stehe.
Was denkst du, was ihm an deinen Beats besonders gefallen hat?
Ich weiß nicht mehr, welche Beats er damals gehört hat, aber anscheinend hat er Potential in mir gesehen. Wenn ich Beats von damals mit denen von heute vergleiche, denke ich auf jeden Fall, dass er Recht hatte.
Was hat sich für dich seit der Vertragsunterzeichnung verändert?
Also, ich bin eigentlich immer noch der Typ, der ich davor war. Ich telefoniere immer noch jeden Tag überlang mit meinen Atzen in Hannover, sitze manchmal immer noch sinnfrei vor der Glotze und gucke Simpsons oder Familiy Guy, zocker immer noch Pro Evolution Soccer. Ich hab zwar jetzt mehr mit „bekannten“ Leuten zu tun, aber sonst mache ich genau wie vor 2zwei Jahren Musik, bloß besser.
Welche Projekte stehen in diesem Jahr noch an?
Dieses Jahr produziere ich hauptsächlich. Wen genau, das verrate ich noch nicht. Es handelt sich dabei aber um den einen oder anderen Hochkaräter. Des Weiteren will ich versuchen, mit meinen Sachen auch im Ausland zu landen. Mal sehen was du Zukunft bringt…
Gibt es jemanden für den du einmal besonders gerne Beats produzieren würdest?
Mhh….wenn ich jemanden nennen muss, dann die Französische Gruppe NTM. Legenden.
Infos zum Künstler: Abaz, mit bürgerlichem Namen Imran Abbas, wurde am 20. November 1988 geboren. Er wuchs in Wunstorf bei Hannover auf. Neben der Musik ist Fußball seine große Leidenschaft. Als Halbitaliener ist es nur wenig verwunderlich, dass sein Herz für Inter Mailand schlägt. Sein Abitur absolvierte Abaz erfolgreich mit einem Schnitt von 2,3. Derzeit studiert er in Berlin.





September 16th, 2009 at 21:53
sitze im bau hab voll coole texte geschrieben wenn interesse dann bitte um rückantwort