Genetikk – D.N.A Review

Da ist es also, das neuste Release aus dem Hause Selfmade, von dem frisch gesigntem Dou “Genetikk”. Bei Laut.de wurde es schon hochgelobt. Und gleich vorab: So ganz anschließen kann ich mich diesen Lobeshymnen nicht.

Punkt 1: Die Beats

Die Beats, die der Sikk da produziert, sind wirklich der hammer. Kann man nicht anders sagen. Ich warte schon seit Jahren auf einen Producer aus dem deutschsprachigen Raum, der mal wieder durch einen eigenen Style überzeugt und nicht mit dem typischen HipHop-Synthesizer-Massker kommt. Sikk’s Beats stehen für knackige Drums, die mich stark an die 90ies erinnern, dicke Bässen und schönen Samples. Das ganze pumpt ohne Ende. Beattechnisch ist D.N.A. wirklich ein Genuß. Von ruhigen Beats bis hin zu Party-Krachern. Alles drauf. Von der Produktion ein sauberer Job.

Punkt 2: Flow & Hooks

Karuzo hat einen hohen Wiedererkennungswert, er hebt sich von der Masse der Rapper positiv ab. Stimme und Flow sind dope. Wohl auch der Grund, warum Selfmade hier zugeschlagen. In Kombination mit den lustigen Clowns-Masken ein perfektes Produkt. Eine Aussprache einzelner Silben ist wirklich sehr nice. Hooks sind allesamt auch gut hörbar, keinesfalls langweilig. Jeder Track hat seinen eigenen Touch. Feier ich!

Punkt 3: Texte und Reime

Ehrlich: Hier sehe ich den Knackpunkt. Was Karuzo textlich abliefert, ist zum Großteil belanglos. Ich muss jetzt nicht immer tiefsinnige Texte hören, brauche ich bei Kollegah auch nicht. Der unterschied: Dort werde ich wenigstens entertained. Karuzos Texte erinnern mich dann auch wieder an Rap Ende der 90iger: Klingt cool, hat Style, is aber inhaltlos beziehungsweise bemüht er sich krampfhaft um Inhalte . Einerseits versucht er sich an inhaltichen Themen (“Strawberry Fields” , “Du bist weg” usw.), aber irgendwie haut mich das nicht um. Dann doch bitte einfach nur auf Reime & Flow konzentrieren, und halt auf den Inhalt scheiße, wie beim Debüt-Werk. Aber das ist hier nichts halbes und nichts ganzes.
Ein weiterer Knackpunkt: Die Reime sind nicht innovativ. Ich habe auf dem Album nicht wirklich einen Reimen gehört, der so noch nicht da war. Karuzo bedient sich zudem gerne an Lines vergangener Rap-Klassiker. Naja, kann man als Stilmittel auffassen, hat Savas auch schon mal gemacht, allerdings nur auf einem Track, da passt das. Aber komplett bei einem Album sowas durchziehen? Ich weiß nicht..

Kurz und knapp: Ich feier D.N.A. und bin mir sicher, dass Genetikk mit dem nächsten Realease noch mal einen riesigen Schritt nach vorne machen wird. Deutsch Rap kann froh über diese Berreicherung sein. Geiles Album, aber ich seh  noch Potentail.

Achso, das Sido – Feature hätte man sich sparen können. Die Promo brauchen die beiden doch nicht wirklich, die haben genug Talent.

 

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