Marteria - zum Glück in die Zukunft : Der Hype
Darf man sich eigentlich über dieses Album negativ äußern? Überall wird es gefeiert und gelobt, Höchstwertungen! Die Erwartungen waren hoch, von 2 Jahren Produktionszeit war die Rede, ein hochkarätiges Produktionsteam im Hintergrund und scheinbar auch riesiges Marketing-Budget. Aber ist aus “zum Glück in die Zukunft” ein HipHop-Klassiker geworden? Ich weiß ja nicht…
Ich habe das Album jetzt seit 2 Wochen mehrmals gehört - konnte mehr also einen guten Eindruck machen. Und ich muss ehrlich sagen, an den Lobbeshymnen der Fachpresse (z. B. laut.de) oder auch an die der Konsumenten (siehe Amazon Bewertungen) kann ich mich nicht anschließen. Ich frage mich ernsthaft, ob dieses Album auch diesen Anklang erhalten würde, wenn es einfach so erschienen wäre - ohne Mega-Medienpräzens vor dem Release, ohne einen absolut medienkompatiblen Marteria, der mit seiner außergewöhnliche Vita überall auf Interesse stößt. Ex-Profifussballer, Ex-Modell, bla, wir haben das alle schon tausendfach gehört. Man stelle sich vor, ein durchschnittlicher aussehender Mensch hätte dieses Album veröffentlicht, ohne Name-Dropping (”The Krauts”, “Peter Fox” , usw. usw.), ohne riesen Medien-Zirkus.
Wenn man mal diesen ganzen Vermarktungsquatsch drum herum nicht betrachtet und sich nur auf die Musik konzentriert, muss man sich eigentlich eingestehen, dass hier kein Klassiker geschaffen worden ist. (Achtung, persönlicher Meinung!) Im Vorfeld wurde der Sound, also der Produktionsstandard des Albums, ja sehr hervorgehoben. Nun habe ich die CD auf einer wirklichen guten Anlage gehört - ich weiß nicht, so herausragend klingt das alles nicht. Keine Frage, es klingt gut, aber von einem Album, an dem 2 Jahre produziert wurde, erwartet man irgendwie mehr. Auch textlich ist es sicher gut, abwechslungsreich, nette Track-Ideen. In Interviews hatte Marteria immer daraufhin hingewiesen, dass jeder Satz sitzen sollte, alles sollte Sinn ergeben. Puh, also so herrausragend ist es dann aber auch wieder nicht. Da fallen mir dutzende Textpassagen von beispielsweise Prinz Pi ein, die herausragender sind als alle Lines, die Marteria hat.
Man soll mich nicht falsch verstehen - “zum Glück in die Zukunft” ist gute Musik. Aber hier ist kein HipHop-Klassiker geschaffen worden, wie viele behaupten. Das ist für mich kein HipHop Album. Zu einem HipHop Album gehören auch Beats, die dann etwas mehr nach HipHop klingen und vor allem: Flow! Marteria rappt bzw. spricht monton über alles Beats, selbe Stimmenlage, nahezu selbes Tempo. Das mag den Hörer, der mit HipHop eh nix am Hut hat und der hier natürlich auch erreicht werden soll, nicht stören - mich aber schon.
Ich kann diesen Hype wirklich nicht nachvollziehen. Ein HipHop Klassiker ist “Bambule” oder “Untertage” - aber “zum Glück in die Zukunft” wird es nicht (für mich persönlich zumindestens).




Oktober 31st, 2010 at 00:34
Ich kann mich dem nur anschließen:
A: Hype voll übertrieben, mega Medienrummel
B: Stimme ist nach gut 10 Mal hören echt langweilig
C: Textideen sind zwar nicht die schlechtesten, aber den Status KULT erreichen diese auf jeden Fall nicht.
D: Satte Bässe, Sounds allgemein wiklich nicht schlecht, aber ich kenne bisher kein Album, das in meinen Augen Kult ist, bei dem nicht ein paar Elemente aus dem “guten alten Deutschrap” kommen.
Januar 21st, 2011 at 12:54
öhem, also tua hat nen klassiker gemacht ohne auf rap standards zu bauen, das mal vorweg.
aber wenn ihr produktionstechnisch da nicht die genialität bei einigen tracks hört … puuh … dann wohl weiter standard boombap hören.
z.B. der track mit peter fox. kompletter beat nur aus uhren samples. und nun nochmal viel spass beim 11 mal höhren und auf die beats achten
allerdings muss ich euch raptechnisch da schon recht geben. für mich ist das album auch kein klassiker, aber mit sicherheit eine der top 5 produktionen im deutschen rap bisher.