Savas und Tatkloss: Die Battlekings (WESTBERLIN MASKULIN)
Westberlin Maskulin. Wenn ich diesen Namen lesen, werde ich schlagartig in eine andere Zeit versetzt. Dann tagträume ich von Anfang 2000 , von kleinen, verrauchten Jugendzimmern, in denen diese Mukke nächtelang auf Rotation gepumpt wurde. Westberlin Maskulin. Das sind die Begründer des deutschen Battle-Raps, das waren Taktloss und Kool Savas.
Das erste Album von Taktloss und Savas hieß “Hoeys, Flows und Moneydoes” (hm…übersetzen wir das mal frei mit “Huren, Flows und Geld”). Erschienen ist das Ding 1998, auf Tape und Vinyl. Der Vier-Spur-Recorder lässt grüßen! Zwei Jahre später erschien in etwas professionellerem, aber immer noch sehr dreckige Gewand ein Meilenstein des deutschsprachigen Battle-Raps: “Battlekings”. Der Name ist Programm. Und selten gab es ein Album, bei dem Titel und Cover-Artwork zugut miteinander harmonieren…für mich definitiv eines der besten Rap-Cover allerzeiten.
“Es ist keine Ko-Existenz zwischen mir und Wack-MCees möglich”
Die Beats sind eintönig, schlecht, ohne Melodien, Variationen, Effekte, Bridges usw. 4 - Takte im Loop. 3 Minuten lang das selbe. Die Vocals sind mit billigem Equipement aufgenommen, teilweise schlecht gedoppelt und wahrscheinlich überhaupt nicht bearbeitet. Mixing und Mastering dürfte es wohl ebenso nicht gegeben haben. All diese Tatsachen, die heutzutage eine HipHop-Produktion komplett schaden würden, machen “Battlekings” gerade so interessant. Die Stimmen der Rapper klingen natürlich, real, sie wurden nicht durch 5 Compressoren, 2 EQ, einem Reverb und nem Final-Limiter gejagt.
Die Aufnahmen klingen nach Battle - es klingt einfach authentisch. Mit FruityLoops würden selbst Kinderzimmer-Rapper heutzutage dickere Beats produzieren, aber sie würden es niemals schaffen Beats zu produzieren, die so simple sind und trotzdem funktionieren. Westberlin Maskulin auf einem überladenen Ami-Synthesizer Beat? NEVER!
“Battlekings” kommt ohne Effekte und doppelten Boden aus. Die Texte und die Flows sprechen für sich. Punchlines wie man sie 2001 auf diesem Album gehört hat, wurden meiner Meinung bis heute noch nicht erreicht. Natürlich, auch in den letzten Jahren sind gute Battle-Texte entstanden. Aber bei WBM waren es eben wirkliche BATTLE - Texte (ja, GROSSGESCHRIEBEN). Das war hart, ohne auf niveauloses Hurensohn-Niveau abzutriffen. Es war witzig, ohne dabei komplett in die Humor-Schiene wie beispielsweise Kollegah abzudriften. Es war und ist einzigartig.
Projekte wie SÜDBERLIN MASKULIN zeigen, dass in Berlin immernoch ein großer Bezug zu WBM herrscht. Ich denke, viele der etwas älteren Rap-Hörer würden in Tränen ausbrechen, wenn sich Savas und Taktloss nochmal zusammenschließen würden. Wird wohl nie sein, aber man darf ja wohl nochmal träumen.
Fazit: Besorgt euch die Scheibe, denn mit “Battlekings” wurde sicherlich der Grundstein dafür gelegt, was in den letzten Jahren als “Berlin-Hype” bezeichnet wurde.
Trackliste:
 1. An Â
2. Tape Underground Platin feat. Fus Â
3. Bass 2Â Â
4. Aggressor Vs. Compressor feat. Dr. Fumanschu & Fus Â
5. Der Punkt Â
6. Wo Komm Wir Her? feat. Justus Â
7. Nigga Skit Â
8. Battlekings Â
9. Mor 99 feat. Martin B & Justus Â
10. Guck Auf Die Uhr Â
11. Kamikaze feat. Justus Â
12. Flows 2000Â Â
13. Chillin Killin Â
14. Aus





August 28th, 2009 at 16:33
beste scheibe ever!
März 9th, 2010 at 15:02
Einfach killa Alta. Ich Rappe über liebe und werde trotzdem noch zensiert!
Man wer WBM nicht kennt hat keinen Plan vom deutschen Rap.
Bei mir läuft der Shit bis heute hoch und runter.
Den ganzen neuen Müll kann ich mir einfach nicht geben!
Nieder mit komerz Hip Hop!