Sido, Alpa Gun, Godsilla und MOK giften zurück
Na, was hört man denn da schon wieder aus dem „Aggro”-Lager? Die Retourkutsche auf Bushidos Disstrack „S.I.D.O” ließ wie erwartet nicht lange auf sich warten. Passend vor Heilig Abend wünschen Sido und Alpa Gun „ersguterjunge“ auf ihre Art „Frohe Weihnachten“. Und Bushido sollte sich wahrlich nicht allein aufgrund der kalten Jahreszeit warm anziehen.
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Auf dem gleichnamigen Diss verwendet Sido sehr viel Ironie, klingt aber deutlich aggressiver. Verständlich. Denn für ihn ist es „eine Frage der Ehre die Mama raus zu halten“. Recht hat er. Als Bushido Sidos Mutter auf seinem Disstrack als „Junkie-Mutter“ bezeichnete, hat er diesen Ehrenkodex der Rapper verletzt. Auch Sido droht nun mit Gewalt, stellt die Frage: „Wer stirbt zuerst?“ In seinem sechseinhalb Minuten langen Disstrack plaudert er aus dem Nähkästchen, behauptet sogar, dass Bushido während seiner „Aggro“-Zeit nichts weiter als Orgis und Halils „Hund“ gewesen sei. Alis Wohnung habe er komplett umsonst renoviert und ihm „die Füße geküsst“, während „Aggro Berlin“ ihm fleißig seine Gage abgezockt habe. Sido geht noch einen Schritt weiter, bietet Bushido an: „Wenn du nicht anders kannst, dann schick‘ sie mir. Auch wenn ich dabei drauf‘ gehe!“ Auch über Bushidos Fans macht sich Sido lustig, da sie auf einen „hängen gebliebenes Kind“ reingefallen seien. Die härteste Ansage lässt Sido allerdings erst am Ende seines Parts verlauten: „Keiner hasst dich mehr als ich! Ich warte hier und putz‘ die Knarre, bis die Sache fertig ist!“
Wem die Kinnlade schon bei Sidos Lines herunter gefallen sein sollte, der sollte sich den Part von Alpa Gun anhören. Er liefert einen ordentlichen Nachschlag, wird dabei sehr konkret: „Ihr könnt‘ alle kommen. Ich hab‘ euch nicht viel zu sagen. Bevor mein zweites Album kommt, wird‘ ich Bushido schlagen!“ Mit dieser Drohung spuckt Alpa Gun sehr große Töne. Wer Bushidos Temperament kennt, der weiß, dass er eine solche Demütigung nicht so einfach auf sich sitzen lassen wird. Doch Alpa Gun belässt es nicht dabei. Er verpasst Kay One mit folgender Line einen gewaltigen Seitenhieb: „Ich hab‘ die Thai-Nutte gehört und konnt‘ es nicht glauben. Er macht mir einen auf Araber mit seinen Schlitzaugen.“ Auch ihm droht er Gewalt an: „Wenn ich ihn einmal erwische, lass‘ ich ihn nicht laufen. Ich werd‘ ihn missbrauchen, nebenbei mein Shit rauchen!“
 Die Diss-Lawine nimmt damit kein Ende, scheint gerade erst richtig ins Rollen zu kommen. Nach Sido und Alpa Gun, rechnet jetzt auch Godsilla, Homie von Sido und Fler,  mit Bushido ab. Er fungierte im Jahr 2005 bei den Auftritten der „Carlo, Cokxxx, Nutten II-Tour“ als Back-Up von Bass Sultan Hengzt. Außerdem war Godsilla auf Bushidos Goldalbum „Staatsfeind Nr. 1“ vertreten. Daraufhin zeigte Bushido sein Interesse Godsilla bei seinem neu gegründeten Label „ersguterjunge“ unter Vertrag zu nehmen, was von Godsilla abgelehnt wurde. Auf Bushidos Disstrack „S.I.DO“ wird er nun als „Hurensohn“ bezeichnet. Seine Rache: Er disst Bushido auf dem Beat von dessen Song „Nie ein Rapper“. Den entstandenen Diss-Song nennt Godsilla - in Anlehnung an Sidos und Alpa Guns Diss - „Guten Rutsch“. Doch wünscht er Bushido wohl eher einen Guten Rutsch ins verderben als ins neue Jahr. Er wirft ihm vor: „Du hast deine Seele verkauft!“ und „Komm, erinner‘ dich zurück. Was ist bloß aus dir geworden? Der Erfolg steigt dir zu Kopf. Du warst früher echt in Ordnung.“ Mitten im Song wird der Beat dann plötzlich durch eine Eigenproduktion ersetzt. „Alles nur geklaut“, spielt Godsilla auf die Plagiatsvorwürfe an, welche die französische Gothic-Band „Danrk Sanctuary“ gegen Bushido erhebt. Er wirft ihm zudem vor, feige zu sein: „Ich war mit Fler bei MTV, letztes Jahr, November. Du bist feige und schickst Jungs in den Sender.“ Die Diss-Line, die Bushido über ihn rappte, erklärt er sich folgendermaßen: „Ich erklär‘ den Leuten, warum zwischen uns jetzt Krieg ist: Weil deine Ex-Freundin jetzt in mich verliebt ist.“
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Jüngst mischte sich nun auch der zur Rap-Crew „Die Sekte“ gehörende und von Sido produzierte MOK in den Beef ein. Er wettert mit seinem Disstrack „Gemein wie 10“ gegen Bushido, lässt dabei kein gutes Haar an ihm. „MOK ist der Erste und der Letzte der dich disst, du Wichser“, stellt er klar. Doch damit nicht genug. Auch MOK versteht es, Bushido textlich auf die Mütze zu geben: „Ich zeige dir und deinen Bitches wie man Blei frisst!“ und „Wenn ich mit dir fertig bin, heißt es: Rest in peace, yo!“ sind hierbei nur zwei Kostproben.
Jede Menge neue dicke Luft zwischen „Aggro Berlin“ und „ersguterjunge“. Dass Sido und Bushido jemals nochmals Freunde werden, dass darf wohl ausgeschlossen werden. Und dennoch: Beef hin, Beef her. Der Rap-Krieg – schenkt man den drastischen Ankündigungen Glauben – droht langsam, aber sich aus den Fugen zu geraten. Man kennt die folgen nur zu gut aus der amerikanischen Rap-Szene. Schnell gerät eine Beleidigung in den falschen Hals und die ganze Sache eskaliert. Also, Sido und Bushido: Besinnt euch auf die Weihnachtszeit, die Zeit der Liebe.  Das heißt: Friedensverhandlungen unter dem Weihnachtsbaum. Doch Spaß bei Seite. Denn eine baldige Antwort von Seiten des „ersguterjunge”-Camps dürfte so sicher wie das Amen in der Kirche sein. Bushido wäre schließlich nicht Bushido, würde er diese heftigen Vorwürfe und Erniedrigungen unkommentiert auf sich sitzen lassen. Er wird in Rüpelrapper-Manier erneut seinen Senf dazu geben und das nicht zu knapp. Es ist eben ein leidiges Lied: Alle Jahre wieder kocht der Diss-Krieg von neuem hoch…
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Dezember 26th, 2008 at 17:20
[...] Hier geht es zum zweiten Teil: Sido, Alpa Gun, Godsilla und MOK mischem jetzt auch mit [...]